WLAN-Repeater Kaufberatung: So wÀhlen Sie das richtige Produkt
- Das Wichtigste in KĂŒrze
- Ein WLAN-Repeater vergröĂert die Reichweite des WLAN-Funknetzes.
- WLAN-Repeater gibt es in Form einfacher Funkstecker, aber auch als freistehende GerÀte mit Netzteil.
- Die meisten WLAN-Repeater-Modelle sind mit allen gÀngigen Routermodellen kompatibel.
- WLAN-Repeater verzichten auf unnötige Netzwerkkabel und lassen sich kinderleicht installieren.
Was ist ein WLAN-Repeater?
Die meisten InternetnutzerInnen surfen zu Hause per WLAN. Das drahtlose Heimnetzwerk hat jedoch seine TĂŒcken. Schon zwei WĂ€nde genĂŒgen und die DatenĂŒbertragung lĂ€uft nur noch schleppend oder bricht ganz ab. In gröĂeren Wohnungen oder HĂ€usern empfiehlt sich deshalb die Installation eines WLAN-Repeaters, auch als WLAN-VerstĂ€rker bezeichnet, der als SignalverstĂ€rker fĂŒr den Router fungiert und die Reichweite des WLAN-Netzwerks vergröĂert. Folgende Vor- und Nachteile bringt ein WLAN-Repeater mit sich:
Vorteile
- GröĂere WLAN-Reichweite ohne groĂen Aufwand
- Schnelle DatenĂŒbertragung mit bis zu 1.300 Megabit pro Sekunde
- Funktioniert mit allen gÀngigen Routermodellen, z. B. Fritzbox, Speedport, Homebox oder EasyBox
- Einfache Installation auf Knopfdruck
- Geringer Energieverbrauch
- Arbeitet lautlos
- Braucht lediglich eine Steckdose
Nachteile
- Mögliche Halbierung der Bandbreite
- Viele Störfaktoren wie andere WLAN-Repeater, MetallgegenstÀnde, DrahtlosgerÀte, WÀnde, Mikrowellen, Bluetooth-GerÀte
Wie funktioniert ein WLAN-VerstÀrker?
Der WLAN-Repeater bildet eine SignalbrĂŒcke zwischen dem Internet-Router und EndgerĂ€ten wie Handys, Tablets oder Laptops. Er empfĂ€ngt das WLAN-Signal des Routers, verstĂ€rkt es und gibt es anschlieĂend an andere WLAN-Clients weiter. Im Grunde baut er ein zusĂ€tzliches WLAN-Netzwerk auf, wodurch er die Reichweite des Funknetzwerks deutlich vergröĂert, meist sogar verdoppelt. Damit ist der Internetempfang auch ĂŒber mehrere Etagen oder im AuĂenbereich, beispielsweise im Garten, möglich.
Der Einsatz mehrere Repeater
Theoretisch können innerhalb eines Netzwerks bis zu 254 WLAN-VerstĂ€rker betrieben werden. Wegen der Funksignal-Ăberschneidungen macht ein Einsatz von mehr als 20 Repeatern in der Praxis allerdings wenig Sinn. Bei der Verwendung mehrerer Repeater ist es ratsam, diese sternförmig zum zentralen Router zu schalten. Zwar wĂŒrde eine Reihenschaltung die Erweiterung des Netzwerks in eine bestimmte Richtung ermöglichen, allerdings kĂ€me es hierbei zu massiven GeschwindigkeitseinbuĂen.
Ein WLAN-Repeater kann immer nur die Reichweite der Funksignale verstĂ€rken, nicht aber die Geschwindigkeit. Dieser subjektive Eindruck entsteht lediglich dadurch, dass die Signale in besserer QualitĂ€t an weiter entfernten WLAN-EndgerĂ€ten ankommen. Deshalb mĂŒssen diese die Daten nicht mehrfach anfordern, was eine Durchsatzverringerung nach sich ziehen wĂŒrde. GrundsĂ€tzlich kann der VerstĂ€rker maximal so schnell arbeiten wie der Router selbst.
WLAN-Repeater als Access-Point: Einbindung von GerÀten ohne WLAN ins Funknetzwerk
Einige WLAN-VerstĂ€rker sind nicht nur in der Lage, die Reichweite des WLANs zu verbessern, sondern lassen sich auch als Access-Point einsetzen. In dem Fall fungieren sie als Schnittstelle zwischen LAN und WLAN. Das heiĂt, Router und Repeater werden mittels LAN-Kabel verbunden und Letzterer baut dann das Funknetzwerk auf, ĂŒber das andere GerĂ€te eine Internetverbindung herstellen können. Diese Struktur, die zum Teil auch als LAN-BrĂŒcke bezeichnet wird, empfiehlt sich, wenn der Router nicht WLAN-fĂ€hig ist oder ein zu schwaches Funksignal aussendet.
Anders herum funktioniert das Ganze ebenfalls. Deckt das Router-Funknetz beispielsweise einen wichtigen Raum nicht ab, der jedoch ĂŒber LAN verfĂŒgt, empfiehlt sich fĂŒr den jeweiligen Standort ein als Access-Point nutzbarer Repeater. Dieser wird ĂŒber seinen Ethernet-Port an das Kabelnetz angeschlossen und lĂ€sst sich dann ĂŒber seine IP-Adresse per Funk mit dem Router verbinden.

NatĂŒrlich geht das auch mit einzelnen GerĂ€ten, beispielsweise mit einem Netzwerkdrucker, der zwar kein WLAN, dafĂŒr aber ein Ethernetkabel besitzt. Der Repeater wird hierzu einfach am gewĂŒnschten Ort in eine Steckdose gesteckt und der Drucker ĂŒber CAT-Netzkabel in den Ethernet-Port eingestöpselt. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Vor- und Nachteile eines WLAN-Repeaters als Access-Point:
Vorteile
- Verbesserte Netzwerkreichweite
- Sehr preisgĂŒnstig
Nachteile
- Um 50 % geringere Ăbertragungsbandbreite
- Generiert ein eigenes Funknetzwerk. Ohne Roamingfunktion loggen sich EndgerÀte eventuell am schwÀcheren WLAN ein, obwohl sie nÀher am stÀrkeren sind.
Sicherheit: Welche VerschlĂŒsselungsoptionen gibt es bei einem WLAN-Repeater?
Um eine Mitbenutzung des Internetzugangs durch Unbefugte zu verhindern und persönliche Daten vor einem Fremdzugriff zu schĂŒtzen, sollte das WLAN immer verschlĂŒsselt sein. Das gilt auch fĂŒr den WLAN-VerstĂ€rker, der ohne entsprechende SicherungsmaĂnahmen eine offene TĂŒr zum Funknetzwerk darstellen wĂŒrde. DafĂŒr stehen bei den meisten Repeatern folgende VerschlĂŒsselungsoptionen zur Auswahl:
- WEP (Wired Equivalent Privacy)
- WPA (Wi-Fi Protected Access)
- WPA2
WEP
Das uralte VerschlĂŒsselungsprotokoll gilt mittlerweile aufgrund zahlreicher Schwachstellen als unsicher. Erfahrene Hacker knacken eine WEP-VerschlĂŒsselung in weniger als einer Minute, wodurch diese nicht viel mehr wert ist als ĂŒberhaupt keine VerschlĂŒsselung. Ăltere WLAN-Repeater, die im Auslieferungszustand nur WEP beherrschen, lassen sich meist per Firmware-Update auf einen neueren Sicherheitsstandard aufrĂŒsten.
WPA
Bei WPA handelt es sich um eine Weiterentwicklung von WEP, welche die VerschlĂŒsselungsmethode TKIP (Temporal Key Integrity Protocol) nutzt und damit sicherer als das alte Protokoll ist. Allerdings gibt es auch hier SicherheitslĂŒcken, weswegen bei einer Neuinstallation eines Funknetzes auf WPA verzichtet werden sollte. Dies empfiehlt sich auch deshalb, weil TKIP die Verbindungsgeschwindigkeit auf 54 Megabit pro Sekunde beschrĂ€nkt.
WPA2
Die aktuelle Standard-Sicherungsmethode ist WPA2. Diese nutzt CCMP (Counter-Mode/CBC-MAC Protocol) und erlaubt Geschwindigkeiten von mehr als 150 Megabit pro Sekunde. Als 100-prozentig sicher gilt jedoch auch diese Methode nicht. Im Jahr 2017 entdeckten belgische ForscherInnen ein potenzielles Sicherheitsleck, ĂŒber das Unbefugte theoretisch Zugang zum WLAN erlangen und Daten wie Passwörter oder E-Mail-Adressen abgreifen können. Die Hersteller von Routern und WLAN-VerstĂ€rkern haben allerdings schnell reagiert und Firmware-Updates bereitgestellt, mit welchen sich das Problem beheben lĂ€sst.
Als Access-Point nutzbare WLAN-Repeater bieten darĂŒber hinaus meist eine Zugangskontrolle ĂŒber MAC-Adressen. Allerdings erhöht sich damit die Sicherheit nur begrenzt, da sich diese Adressen relativ einfach fĂ€lschen lassen. Sobald ein Angreifer die MAC-Adresse eines zugangsberechtigten Clients herausgefunden hat, kann er den MAC-Filter ĂŒberlisten.
Powerline-Technik: Ăber die Steckdose ins Internet
Der englische Begriff Powerline bedeutet Stromleitung und rĂŒhrt daher, dass die DatenĂŒbertragung bei dieser Kommunikationstechnik ĂŒber ebendiese Leitung erfolgt. Das digitale Signal der zu ĂŒbertragenden Daten wird vom Powerline-Adapter in ein analoges Signal umgewandelt und hochfrequent in die Stromleitung eingespeist. Dadurch erreicht es alle Steckdosen innerhalb desselben Stromkreises, auch ĂŒber mehrere Etagen hinweg. Der auf der Empfangsseite befindliche Adapter filtert das analoge Signal heraus und wandelt es wieder in digitale Daten um, die angeschlossene EndgerĂ€te in Form von IP-Paketen erreichen.

Um die KompatibilitĂ€t zwischen Powerline-Produkten verschiedener Hersteller zu gewĂ€hrleisten, wurde der HomePlug-Standard ins Leben gerufen. Dieser soll garantieren, dass GerĂ€te unterschiedlichster Marken und Generationen sich gemeinsam einsetzen lassen. Entsprechende Protokolle sorgen fĂŒr eine bestimmte erreichbare Ăbertragungsrate und die sichere VerschlĂŒsselung der Daten. Der momentan aktuelle Standard HomePlugAV2 ermöglicht Datenraten von bis zu 1,2 GBit/s.
Die Verwendung der Powerline-Technik empfiehlt sich beispielsweise fĂŒr Bereiche, in denen sich Netzwerkkabel nur schwer verlegen lassen und die Einrichtung eines Funknetzwerks aufgrund zu vieler Störfaktoren nicht sinnvoll wĂ€re. Ăber Powerline gelangen die Daten ohne zusĂ€tzliches Kabel von Steckdose zu Steckdose. Allerdings ist auch diese Technik nicht vor Störungen gefeit. Probleme kann es beispielsweise bei der Verwendung an Mehrfachsteckdosen geben, an die gleichzeitig andere GerĂ€te angeschlossen sind. Ăberspannungs- und Entstörfilter können das Powerline-Signal ebenfalls abschwĂ€chen.
Das Problem mit Doppelsteckdosen
Funktioniert die Powerline-Verbindung ĂŒber Doppelsteckdosen nicht, obwohl kein weiteres GerĂ€t angeschlossen ist, könnte es sein, dass die einzelnen Steckdosen ĂŒber unterschiedliche Phasen laufen. In diesem Fall genĂŒgt es meist, verschiedene Steckmöglichkeiten auszuprobieren. Hilft auch das nicht, kann ein Phasenkoppler Abhilfe schaffen, der bei einigen Powerline-Adaptern bereits integriert ist.
Darauf sollten Sie beim Kauf eines WLAN-Repeaters achten
WLAN-VerstĂ€rker gibt es in zahlreichen AusfĂŒhrungen und unterschiedlichsten Preislagen. Bei dem groĂen Angebot ist es nicht so einfach, das optimal zu den eigenen AnsprĂŒchen und BedĂŒrfnissen passende GerĂ€t zu finden. Zu den wichtigsten Herstellern zĂ€hlen
- AVM,
- TP-Link,
- Netgear und
- Devolo.
Vor dem Kauf eines WLAN-Repeaters empfiehlt es sich, genau zu ĂŒberlegen, welche Ausstattungsmerkmale vorhanden sein sollten, wie groĂ die Reichweite sein muss und wie weit die EndgerĂ€te vom Router entfernt sind.
Geht es lediglich darum, die Reichweite des WLAN-Netzes zu vergröĂern, um störungsfrei im Internet surfen zu können, genĂŒgt hĂ€ufig schon ein preiswertes Modell, das sich einfach in die Steckdose einstecken lĂ€sst. Sollen auĂerdem Drucker, Fernseher, Blu-ray-Player, Spielkonsolen oder andere EthernetgerĂ€te eingebunden werden, sollte die Wahl eher auf ein hochwertiges GerĂ€t fallen, das nicht nur als Repeater, sondern auch als Access-Point oder als WLAN-Bridge funktioniert. FĂŒr Musik- und Video-Liebhaber empfehlen sich auĂerdem Sonderausstattungen wie ein UKW-EmpfĂ€nger oder ein Audioausgang.
Welche AnschlĂŒsse sollte der WLAN-VerstĂ€rker besitzen?
Prinzipiell benötigen WLAN-Repeater keine weiteren Schnittstellen als den Stromanschluss. Zur Integration eines Desktop-PCs, einer Spielekonsole oder Ăhnlichem ist jedoch ein LAN-Anschluss erforderlich. Ist geplant, den VerstĂ€rkers als Access-Point zu nutzen, sollte auĂerdem ein WAN-Anschluss vorhanden sein, der sich als Verbindung zum Modem oder, im Repeater-Modus, als zweiter LAN-Port verwenden lĂ€sst. Manche Modelle bringen bis zu sechs LAN-Schnittstellen mit. USB-AnschlĂŒsse sind ebenfalls hĂ€ufig anzutreffen. Einige VerstĂ€rker verfĂŒgen zusĂ€tzlich ĂŒber AudioausgĂ€nge fĂŒr Musikstreaming und weitere Anschlussmöglichkeiten, beispielsweise fĂŒr eSATA-Festplatten.
Welche FrequenzbÀnder sollte der Repeater abdecken?
Nahezu alle handelsĂŒblichen WLAN-Router arbeiten heute mit zwei FunkbĂ€ndern: 2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz. Beide kommen gleichzeitig zum Einsatz, sodass es vollkommen egal ist, ob die WLAN-Karte in der Spielekonsole mit 2,4 Gigahertz funkt oder das Smartphone auf 5 Gigahertz. Der Repeater sollte demzufolge ebenfalls in der Lage sein, parallel auf beiden FrequenzbĂ€ndern zu senden und zu empfangen. Ăltere oder sehr preisgĂŒnstige WLAN-VerstĂ€rker können zum Teil nur âEntweder-oderâ oder sind sogar nur Singleband-tauglich.

Singleband-Repeater
⊠haben nur eine Sende- und Empfangseinheit. Dadurch halbiert sich die DatenĂŒbertragungsrate bei damit verbundenen EndgerĂ€ten. EmpfĂ€ngt der 3VerstĂ€rker ein Datenpaket von einem WLAN-Client, kann er es nicht im selben Moment an den Router weitergeben, da das Empfangen und Senden nacheinander erfolgen muss. Vermeiden lĂ€sst sich die Verzögerung nur, wenn der Repeater zur Kommunikation mit den EndgerĂ€ten und dem Router unterschiedliche Sende- und Empfangseinheiten verwendet. Bei der Hintereinanderschaltung von Singleband-VerstĂ€rkern bricht die zur VerfĂŒgung stehende Bandbreite massiv ein.

Dualband-Repeater
âŠ, die zwei Sende- und Empfangseinheiten besitzen, beherrschen in der Regel das sogenannte Crossband-Repeating. Durch die gleichzeitige Verwendung der 2,4- und 5-Gigahertz-FrequenzbĂ€nder lĂ€uft die DatenĂŒbertragung zwischen Client und Router erheblich schneller ab. Mit den Clients kommuniziert der VerstĂ€rker im 2,4-Gigahertz-Band, wĂ€hrend er zur selben Zeit ĂŒber das 5-Gigaghertz-Band mit dem Router verbunden ist â oder umgekehrt. Dadurch kann er Datenpakete parallel senden und empfangen.

Tripleband-Repeater
⊠sind besonders leistungsfĂ€hige WLAN-VerstĂ€rker, die auf drei Frequenzen funken. FĂŒr die Verbindung mit den Clients nutzen Sie die Frequenzbereiche 2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz. Die DatenĂŒbertragung zum Router oder zu einem anderen Access-Point erfolgt ĂŒber ein eigenes gesondertes Frequenzband, in dem sich keine EndgerĂ€te befinden. Diese GerĂ€te eignen sich besonders fĂŒr den Einsatz in einem WLAN-Mesh, einem Wi-Fi-Netzwerk, das aus untereinander vermaschten Elementen wie Router, Repeater und Access-Points besteht.
Welche Ăbertragungsraten schafft der WLAN-VerstĂ€rker?
Das entscheidende Kriterium fĂŒr die Ăbertragungsgeschwindigkeit des Repeaters ist die Nutzdatenrate des vom ihm verwendeten WLAN-Standards. Der derzeit aktuelle 802.11ac-Standard erlaubt dank extrabreiter FunkkanĂ€le je nach Typ Datenraten von 150 bis 600 Megabit pro Sekunde im 2,4-Gigahertz-Band und 433 bis 1300 Megabit pro Sekunde im 5-Gigahertz-Band.
Bei Ă€lteren WLAN-Standards gestalten sich die Ăbertragungsraten auszugweise wie folgt:
WLAN-Standard | Datenströme/ Kanalbandbreite in MHz | maximale Datenrate in Mbit/s | maximale Nutzdatenrate in Mbit/s |
---|---|---|---|
802.11a | – | 54 | 25 |
802.11b | – | 11 | 5 |
802.11g | – | 54 | 25 |
802.11n | 1/20 | 65 | 30 |
802.11n | 2/20 | 130 | 60 |
802.11n | 3/20 | 195 | 90 |
802.11n | 1/40 | 150 | 75 |
802.11n | 2/40 | 300 | 150 |
802.11n | 3/40 | 450 | 200 |
Der 802.11n-Standard weist jeweils, abhÀngig vom Datenstrom, unterschiedliche maximale Daten- beziehungsweise Nutzdatenraten auf.
Um die hohen Datenraten des 802.11ac-Standards mit dem Repeater ausnutzen zu können, wird zunĂ€chst ein Router benötigt, der ebenfalls diesem Standard entspricht. VerfĂŒgt der VerstĂ€rker ĂŒber 802.11ac, der Router aber nur ĂŒber 802.11n, ist eine KompatibilitĂ€t nicht gewĂ€hrleistet. Damit kann es passieren, dass die Signale ĂŒberhaupt nicht oder nur in unzureichender QualitĂ€t ankommen.
Die mit dem Netzwerk verbundenen GerĂ€te wie Smartphones, Laptops, PCs, Tablets oder Fernseher mĂŒssen gleichfalls ĂŒber die extrabreiten FunkkanĂ€le des 802.11ac-Standards verfĂŒgen. Freilich lassen sich betagtere EndgerĂ€te hĂ€ufig mit USB-Adaptern aufrĂŒsten, allerdings ist es fraglich, ob sich diese zusĂ€tzliche Ausgabe wirklich lohnt. Ăltere Tablets und Smartphones sind zwar meist zur Kommunikation mit einem ac-Repeater in der Lage, profitieren jedoch nicht von dem schnellen WLAN.
Wer sein Funknetzwerk nach und nach aufrĂŒsten möchte, kann auf WLAN-Repeater zurĂŒckgreifen, die von Haus aus nach dem 802.11ac-Standard arbeiten, aber abwĂ€rtskompatibel zu Ă€lteren Standards sind. Damit ist das superschnelle WLAN zwar nicht sofort verfĂŒgbar, aber ein Anfang wĂ€re gemacht.
Stromversorgung extern oder intern – was ist besser?
WLAN-Repeater können entweder als kompaktes SteckergerĂ€t ausgefĂŒhrt oder mit einem externen Netzteil ausgestattet sein. Bei den KompaktgerĂ€ten befindet sich die Stromversorgungseinheit im GehĂ€use, sodass der gesamte VerstĂ€rker direkt an der Steckdose hĂ€ngt. Ăblicherweise sind hierbei die Reichweiten etwas geringer als bei Modellen mit separatem Netzteil, da sich die Dosen meist knapp ĂŒber dem FuĂboden befinden. GerĂ€te mit externer Stromversorgung können beispielsweise auf einen Schrank gestellt werden, um den Aktionsradius zu vergröĂern. FĂŒr die maximal mögliche Reichweite empfehlen sich Repeater, die zusĂ€tzlich ĂŒber externe Antennen verfĂŒgen.
Energieverbrauch von WLAN-Repeatern
Bei WLAN-VerstĂ€rkern handelt es sich um sehr kompakte GerĂ€te, die nur wenig Strom benötigen. Die meisten Modelle verbrauchen zwischen drei und sechs Watt. Zum Teil lassen sich sogar die Status-LEDs abschalten. Damit arbeiten sie noch sparsamer und sind beispielsweise auch im Schlafzimmer einsetzbar, ohne zu stören. Der durchgĂ€ngige Betrieb eines FĂŒnf-Watt-Repeaters kostet pro Monat nur rund einen Euro.
Den WLAN-Repeater richtig aufstellen
Wird der Repeater ĂŒber WLAN mit dem Internet-Router verbunden, muss er sich innerhalb des von diesem ausgestrahlten WLAN-Funknetzes befinden, damit er die Signale in guter QualitĂ€t empfangen kann. Verwenden Router und VerstĂ€rker dieselben WLAN-Einstellungen, melden sich EndgerĂ€te automatisch am GerĂ€t mit der aktuell besten SignalstĂ€rke an. Dieser auch Roaming genannte Wechsel erfolgt nahezu unterbrechungsfrei.
Viele WLAN-VerstĂ€rker verfĂŒgen mittlerweile ĂŒber Status-Leuchtdioden, an denen sich die aktuelle VerbindungsstĂ€rke zum Netzwerkrouter ablesen lĂ€sst. HĂ€ufig kommt folgende Ampel-Codierung zur Anwendung:
- GrĂŒn: gute SignalstĂ€rke
- Gelb: mittelmĂ€Ăige SignalstĂ€rke
- Rot: schlechte SignalstÀrke
- Grau: kein Empfang
Um groĂe Reichweiten erzielen zu können, sollten WLAN-Repeater möglichst freistehen. In SchrĂ€nken, zwischen dicken BĂŒchern oder umrahmt von Zimmerpflanzen reduziert sich die QualitĂ€t des Funksignals und damit auch dessen Radius deutlich.
Folgende Objekte sollten sich nicht in unmittelbarer NÀhe des WLAN-VerstÀrkers befinden:
Gegenstand | Beispiele |
---|---|
Elektronische GerÀte | Funkfernbedienungen, Bluetooth-Lautsprecher, Flachbildschirme |
Störquellen, die Funksignale ausstrahlen | Mikrowellen, Schnurlostelefone, Babyphones |
GroĂe metallische GegenstĂ€nde | KĂŒhlschrĂ€nke, Heizkörper, Tresore |
Mit Wasser gefĂŒllte Objekte | Aquarien, Boiler |
Reflektierende OberflÀchen | Spiegel, glÀnzende Fliesen |
WĂ€nde aus Beton, Lehm oder Rigips | AuĂen- und InnenwĂ€nde |
Eine Platzierung direkt auf dem Boden ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da sich Funkwellen am besten nach unten und in seitlicher Richtung ausstrahlen. Ein am Boden befindlicher VerstĂ€rker wĂŒrde dadurch fast die HĂ€lfte seiner Sendeleistung einbĂŒĂen. Ist kein anderer Standort verfĂŒgbar, kann es helfen, einen kleinen Hocker oder ein paar BĂŒcher unterzulegen, um die WLAN-Reichweite zu erhöhen.
FĂŒr eine WLAN-Nutzung im Garten empfiehlt es sich, den Repeater möglichst nahe am Fenster zu platzieren. Herkömmliche Scheiben schlucken nur wenige Wellen, sodass ein geschlossenes Fenster kein Problem darstellt.
Wie sollten externe Repeater-Antennen ausgerichtet werden?
Einige WLAN-VerstĂ€rker verfĂŒgen ĂŒber eine oder mehrere externe Antennen, die ihre Umgebung jedoch nur bei entsprechender Ausrichtung optimal abdecken. Um die ideale Richtung zu bestimmen, ist es wichtig zu wissen, dass Stabantennen die Signale im rechten Winkel ausstrahlen. Es nĂŒtzt also nichts, wenn die Spitze der Antenne zum Router oder zum EndgerĂ€t zeigt, da die Sendeleistung an dieser Stelle am geringsten ist. Eine einzelne Antenne sollte am besten senkrecht stehen.

Hat der Repeater mehrere Antennen, sollten diese in jeweils unterschiedliche Richtungen zeigen, da sie sich anderenfalls gegenseitig stören könnten. Ideal ist es, jede Antenne in eine andere Raumachse weisen zu lassen.
Funktioniert ein WLAN-Repeater auch mit dem Router eines anderen Herstellers?
Da sich WLAN-VerstĂ€rker wie ganz normale Netzwerk-GerĂ€te verhalten und in aller Regel problemlos mit den meisten Internet-Routern funktionieren, sind Hersteller und Modell nicht so wichtig. Auch mit einem vom DSL-Anbieter zur VerfĂŒgung gestellten Router gibt es normalerweise keine Probleme. Ebenso unwichtig ist es, ob der Internetzugang ĂŒber DSL, VDSL, ADSL, Kabel, Glasfaser, LTE oder SkyDSL zustande kommt.
Die Mehrzahl der Hersteller empfiehlt zwar, einen Repeater aus dem eigenen Sortiment zu verwenden, da nur damit eine 100-prozentige KompatibilitĂ€t gewĂ€hrleistet ist; dabei handelt es sich jedoch meist um verkaufsfördernde MaĂnahmen. Solange Router und VerstĂ€rker denselben WLAN-Standard unterstĂŒtzen, sollten bezĂŒglich der Kombinierbarkeit keine gröĂeren Schwierigkeiten auftauchen.
Der gröĂte Vorteil herstellergleicher GerĂ€te liegt darin, dass diese sich meist problemlos erkennen und automatisch miteinander verbinden. Bei herstellerfremden Modellen ist manchmal mehr Handarbeit erforderlich. Allerdings verfĂŒgen aktuelle Repeater und Router ĂŒblicherweise ĂŒber WPS (Wi-Fi-Protected Setup), eine Funktion, die das HinzufĂŒgen von GerĂ€ten per Knopfdruck ermöglicht. Bei einigen Herstellern ist die entsprechende Taste auch wie folgt bezeichnet:
- Wi-Fi Simple Config
- Quick Secure Setup (QSS)
- PBC
- Push ’n‘ Connect
Da nicht alle Hersteller die WPS-Spezifikation richtig und vollstĂ€ndig implementieren, können manche damit ausgestattete WLAN-VerstĂ€rker ein leichtes Ziel fĂŒr AngreiferInnen darstellen. Wer nicht weiĂ, ob das eigene GerĂ€t davon betroffen ist, sollte WPS besser deaktivieren.
WeiterfĂŒhrende Testberichte
Achtung: Hierbei handelt es sich um einen Vergleich von WLAN-Repeatern. Wir haben die vorgestellten Produkte keinem Test unterzogen.
Im August 2018 testete die Stiftung Warentest 12 WLAN-VerstĂ€rker, darunter WLAN-Repeater, Mesh-Systeme und Powerline-Adapter mit WLAN zu Preisen zwischen 67 und 250 Euro. FĂŒr ihren Test nutzten sie eine 250 Quadratmeter groĂe Etagenwohnung und ein mehrstöckiges Einfamilienhaus. Zu den Testkategorien gehörten die DatenĂŒbertagung, die Handhabung, die Umwelteigenschaften, die Sicherheit und das Datensendeverhalten. Die TesterInnen ermittelten die durchschnittlichen DatenĂŒbertragungsraten und bewerteten die KontinuitĂ€t des Video-Streams in Full-HD und UHD. DarĂŒber hinaus prĂŒften sie den Stromverbrauch und Sicherheitsaspekte wie den Schutz vor einer unbefugten Nutzung des WLANs, den Schutz der GerĂ€te vor fremden Zugriffen sowie vor Schadprogrammen.
Testsieger des gesamten Tests wurde ein WLAN-Repeater, genauer gesagt der der AVM FritzWLan Repeater 1750E fĂŒr 75 Euro mit der Testnote 2,2 (âGutâ). Er ĂŒbertrĂ€gt die Daten gut, ist einfach zu installieren und sparsam im Stromverbrauch. Ein weiteres Testmodell erhielt in der Kategorie der Repeater das Testurteil âGutâ; zwei WLAN-Repeater bekamen ein dâBefriedigendâ.
Ein Jahr spĂ€ter nahm auch das Testmagazin Chip WLAN-Repeater in den Testkategorien âPerformanceâ, âAusstattungâ und âBedienungâ unter die Lupe. Preis-Leistungs-Sieger wurde der Netgear EX6120-100PES. Im selben Jahr testete zudem Computer Bild WLAN-Repeater. Auf Platz eins landete der AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E mit der Testnote 2,2 (âGutâ). Den zweiten Platz sicherte sich der TP-Link RE450 EU mit der Testnote 2,4 und somit ebenfalls dem Testurteil âGutâ. Die Testmodelle AVM FRITZ!WLAN Repeater 1160, TP-Link RE210 und Asus RP-AC52 waren dagegen nur befriedigend.
Abb. 1â6: © Netzvergleich